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Umweltbewusst reinigen – was ist das?

Allein in Deutschland werden laut Bundesumweltamt im Jahr 222.000 Tonnen Haushaltsreiniger verkauft. Rund 260.000 Tonnen Geschirrspülreiniger und Mittel werden hinzugezählt. Diese Zahlen sind lediglich Schätzungen. Wegen ihrer Allgegenwärtigkeit wird oftmals über die Gefahren für Umwelt und Gesundheit hinweggesehen. Dabei kann man auch mit umweltschonenden Reinigungsmitteln eine hohe Sauberkeit erzeugen.

Warum sind Putzmittel umweltbelastend?

Wer sich eine saubere Wohnung wünscht, der freut sich enorm, wenn er ein ordentliches Putzmittel mit einer hohen Wirksamkeit in den Händen hält. Was beim großzügigen Verwenden meist nicht beachtet wird ist, dass diese Reinigungsmittel die Umwelt massiv belasten.

Alle unsere verwendeten Reinigungsmittel gelangen direkt in das Abwasser. Fatal daran ist, dass alle Reiniger, die in Haushalten und auch Betrieben verwendet werden, eine hohe Anzahl an Chemikalien (Tenside, Phosphate, Biozide oder Lösemittel) besitzen. Diese werden unachtsam in das Abwasser abgegeben.

Dort angelangt können sie entweder nur teilweise oder gar nicht abgebaut werden. Besteht der Verdacht auf eine fehlende Abbaubarkeit dieser Mittel, können Sie in die Umwelt gelangen oder sogar unseren eigenen Organismus schädigen.[1]

Wie gelangen die Chemikalien in die Umwelt?

Speziell in diesem Fall gelangen die Chemikalien aus unseren Putzmitteln durch die Kläranlagen in die Umwelt. Sobald wir beim Reinigen Putzmittel mit nicht abbaubaren Inhaltsstoffen verwenden, werden diese in das Abwasser und über die Kanalisation zur Kläranlage gebracht. Können sie dort nicht herausgefiltert werden, gelangen die Reste in das natürliche Gewässer. Dort schädigen Sie die Organismen. Auch eine Anreicherung im Boden kann die Folge sein.[2]

Kann man nachhaltig reinigen?

Was heißt es, eine nachhaltige oder umweltbewusste Reinigung zu etablieren? Umweltbelastungen durch Reinigungsmittel lassen sich am besten verringern, indem man beginnt, umweltverträgliche Inhaltsstoffe zu verwenden.

Zeitgleich kann man die Anzahl der Reinigungsmittel massiv verringern und sie sparsam bei deren Nutzung einsetzen. Die Verbraucherzentrale beispielsweise gibt an, dass vier einfache Reinigungsmittel ausreichen, um den Haushalt sauber und hygienisch zu halten.

Ihre Empfehlung bezieht sich auf neutrale Allzweckreiniger, Scheuerpulver oder -milch, Essigreiniger oder Zitronensäure und das Handspülmittel. Als Verbraucher darf man darauf achten, keine zu aggressiven Putzmittel zu verwenden und außerdem darauf, dass Geruchsstoffe fehlen. Denn beides lässt sich oftmals nicht mehr vollständig aus dem Abwasser filtern.[3]

Umweltfreundliche Putzmittel-Alternativen

Wer umweltfreundlich putzen möchte, der kann viele der üblichen Putzmittel ersetzen. Wir möchten eine kleine Auswahl geben, damit der Umstieg leichter fällt:

  • Kalkentferner: Zitronensäure oder Essigessenz
  • Fensterreiniger: Essig-Wasser-Mischung im Verhältnis 1:1
  • Badreiniger: 50 g Zitronensäure mit 500 ml lauwarmen Wasser mischen. Einen Spritzer Spülmittel zugeben.
  • Spülmittel: 20 g Kernseife raspeln und mit 200 ml heißem Wasser übergießen. Anschließend 1 EL Natron zugeben.
  • Backofenreiniger: Wasser und Natron im Verhältnis 1:1 mischen. Diese Paste auf die Verschmutzungen geben und kurz wirken lassen.
  • Weichspüler: 3 EL Essig in das Weichspülerfach geben.[4]

[1] www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/4162.pdf

[2] www.wir-leben-nachhaltig.at/aktuell/detailansicht/putzen-kann-ihre-gesundheit-gefaehrden

[3] www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/wohnen/umweltfreundliche-putzmittel-vier-mittel-reichen-fuer-den-hausputz-12742

[4] www.oekotest.de/bauen-wohnen/Hausputz-mit-Hausmitteln-Putzmittel-selber-machen_11294_1.html

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