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Welche Arten von Meeresverschmutzungen gibt es?

Verschiedene Stoffe und Materialien verschmutzen unsere Küsten und Meere und tragen zur Verschmutzung der Binnengewässer bei.

Ein Meer ist ein Gewässer, das sich über eine große Fläche erstreckt, den Kontinent umgibt und einen großen Teil der Erdoberfläche bedeckt. Es existieren sieben Weltmeere. Die Sieben Meere umfassen die Gewässer, die in der Vergangenheit für den Seehandel wichtig waren. Neben den drei Ozeanen sind gleichfalls die vier großen „Mittelmeere“ enthalten.

  • Atlantischer Ozean (Atlantik)
  • Indischer Ozean (Indik)
  • Pazifischer Ozean (Pazifik)
  • Arktisches Mittelmeer (Nordpolarmeer)
  • Amerikanisches Mittelmeer
  • Australasiatisches Mittelmeer
  • Europäisches Mittelmeer

Erdöl in den Meeren

Jedes Jahr gelangen etwa 6.000 Tonnen Öl in die Ozeane. Der Abbau dieser Öle dauert Jahrzehnte. Öl im Wasser verhindert, dass Meerespflanzen und Tiere atmen können. Vögel und Fische sind am stärksten betroffen. Die Kiemenatmung von Fischen wird gestört und Vögel werden aufgrund ihres verklebten Gefieders flugunfähig. Diese Öle sind auch für den Menschen gefährlich. Denn der Verzehr von Fisch oder anderen Meerestieren kann Krankheiten verursachen. Rohöl gelangt beispielsweise durch Tankerunfälle, Undichtigkeit bei Ölbohrungen oder unsachgemäße Reinigung von Tankern ins Meer. Strengere Gesetze sind wahrscheinlich der effektivste Weg, um die Ölverschmutzung auf See zu verhindern.

Meeresverschmutzung durch radioaktive Stoffe

Nukleare Explosionen sind einer der Wege, auf denen radioaktive Stoffe in die Ozeane gelangen. Das bekannteste Beispiel ist die Nuklearkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011. Viele dieser Stoffe strahlen über Jahrzehnte hinweg radioaktiv, reichern sich in allen Organismen an, die über die Nahrungskette verteilt sind. Dies bedroht Lebewesen aller Art.

Ein weiterer Weg, wie radioaktives Material ins Meer gelangt, ist durch versenkte Fässer, die mit radioaktivem Abfall gefüllt sind. Richtig hergestellt sollten die Fässer Jahrtausende lang den Umwelteinflüssen standhalten, aber einzelne Fässer sind schon früher an Land gespült worden.  Bis 1994 durften radioaktive Abfälle in die Meere versenkt werden. Zu diesem Zeitpunkt hatten alle Länder in weniger als 50 Jahren mehr als 100.000 Tonnen radioaktiven Abfall ins Meer gekippt.

Ein wichtiger erster Schritt in die richtige Richtung wäre die Abschaffung von Atomwaffentests und Atomkraftwerken. Ob radioaktive Stoffe jemals vollständig aus den Ozeanen verschwinden werden, bis ein Vorkommen gefunden wird, ist fraglich.

Schwermetalle tragen zur Meeresverschmutzung bei

Schwermetalle gelangen durch unterschiedliche Arten in die Meere. Beispielsweise auch durch Baggergut, welches durch Flüsse in die Meere geleitet wird. In Europa werden Schwermetallsalze fast vollständig entfernt und durch Recycling zurückgewonnen. Aber das ist nicht überall auf der Erde so. Schwermetalle können sich in Organismen anreichern und zu chronischen Vergiftungen führen, die sich z. B. bei Fischen in Form von Geschwüren äußern. Das häufigste Schwermetall in unseren Ozeanen ist Quecksilber. Die Quecksilberverschmutzung des Wassers hat sich seit der industriellen Revolution verdreifacht. Es wird angenommen, dass einige Fische heute mindestens dreimal so viel Quecksilber enthalten wie vor 150 Jahren. Staatliche Programme und Ziele zur Verringerung gefährlicher Stoffe in Industrie und Handel wären ein Anfang.

Meeresverschmutzung durch Abfälle

Millionen Tonnen Müll landen jedes Jahr im Meer, ein Großteil davon aus Plastik. Auch das Ausmaß der Abfälle in unseren Ozeanen ist alarmierend. Im Pazifik gibt es Gebiete, in denen sich der Müll auf Tausenden von Quadratkilometern ansammelt. Diese Gebiete sind auch als Pacific Garbage Patch bekannt. Der riesige Müllstrudel besteht aus 79.000 Tonnen Plastik, von denen fast die Hälfte Teile von Netzen, Seilen oder Angelschnüren sind.

Eine Plastikflasche braucht etwa 400 Jahre, um sich zu zersetzen. Plastik zerfällt sehr langsam, z. B. durch Sonneneinstrahlung, Salzwasser und Reibung in kleinere Bruchstücke und schließlich in Mikroplastik. Wenn Plastik zerfällt, werden Giftstoffe freigesetzt und landen im Meer.

Die kleinen Plastikfragmente und das Mikroplastik sind für Meerestiere besonders gefährlich, weil sie sie mit Nahrung verwechseln und an den Folgen des Fehlers sterben. Durch die Reduktion von Plastik können wir diesen Umstand alle ändern. Vor allem aber ist die Politik gefordert. Die unterregulierte Fischereiindustrie sollte besser überwacht und stärker zur Verantwortung gezogen werden. Weltweit sind wirksame Gesetze und Kontrollen mehr als notwendig, um zu verhindern, dass Netze ins Meer gelangen oder unkontrolliert dort verbleiben.

Meeresverschmutzung durch Abwässer

Abwasser enthält Fäkalien, Reinigungsmittel und chemische Rückstände. Ein Teil der weltweit anfallenden Abwässer landet ungeklärt in Flüssen und Meeren. Auch in Gebieten, in denen es Kläranlagen gibt, wird die Meeresverschmutzung durch Abwasser noch begünstigt. Denn hier bleibt Klärschlamm zurück, der oft auch mit Giftstoffen angereichert ist. Der Sauerstoff im Wasser wird durch Abwässer und Klärschlamm verbraucht, was zur Fäulnis führt. Diese Fäulnis, kombiniert mit Eutrophierung, führt zu akutem Sauerstoffmangel und damit zum Absterben von Organismen aller Art. Kläranlagen sollten gesetzlich vorgeschrieben werden. Auch diese müssen regelmäßig aktualisiert und gepflegt werden.[1]


[1] https://www.studysmarter.de/schule/geographie/physische-geographie/meeresverschmutzung/

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